moleskinisten http://moleskinisten.posterous.com im auftrag der kreativitæt – musik, kunst, literatur, netzleben posterous.com Wed, 10 Feb 2010 05:28:36 -0800 Hegemanns Tierleben http://moleskinisten.posterous.com/hegemanns-tierleben http://moleskinisten.posterous.com/hegemanns-tierleben Der Titel ist ein Zungenbrecher, das Buch wird vom Feuilleton zum Wunder hochstilisiert und seine teilweise Entstehungsweise inzwischen Skandal genannt: „Axolotl Roadkill“ von der jungen Autorin Helene Hegemann ist in aller Munde. Während man sich noch streitet, ob zum Teil von einem anderen Autor abgekupferte Passagen Diebstahl oder webüblicher Remix sind, scheint der Hype um das Buch den Verkauf in den Buchhandlungen anzukurbeln. Und so starrte mich am Eingang der Buchhandlung gestern gleich ein ganzer Stapel Axolotl Roadkills an, mitsamt Hörbuch.

Axolotl

Mehrmals nahm ich das Buch in die Hand, blätterte darin, überflog einzelne Absätze und beschloss schließlich, dass es wohl interessant genug wäre, die knapp 15 Euro auszugeben. Also marschierte ich mit dem Buch zur Kasse. Begleitet von einem unwohligen Gefühl angesichts der Plagiatsdiskussion, die am Vortag getobt hatte. Ich erwartete regelrecht, dass die Verkäuferin mich zurechtweisen würde, ich wisse doch, dass einzelne Passagen aus dem Buch geklaut wären... Oder der nächste Kunde hinter mir.

Aber hinter mir war niemand, und die Verkäuferin will natürlich vor allem eins: verkaufen. Sie würde wohl einen Teufel tun, mir meine Kaufabsichten madig zu machen.

Gestern Abend habe ich dann die ersten 20 Seiten gelesen. Sicherlich, man soll kein Buch beurteilen, wenn man es nicht zu ende gelesen hat, aber mir haben diese ersten 20 Seiten im Prinzip schon gereicht. Nicht weil sie etwa schlecht wären. Nein, sie sind hochkomplex und sogar interessant geschrieben. Aber irgendwie kam mir das alles seltsam vertraut vor. Wie schon aus dem (bislang) einzigen Quellenverweis im Buch hervorgeht, scheint Frau Hegemann eine gewisse Affinität zu David Foster Wallace zu haben. Jedenfalls erinnerte mich die Machart sehr an den „Unendlichen Spaß“.

Nun ist es keine Schande, Vorbilder zu haben und sich daran zu orientieren, aber irgendwie nimmt man das Geschwurbel der Hegemann nicht ganz ab. Zwar stimmt es wohl auch, dass manche ihrer Altersgenossinnen und -genossen (sie ist 17) nicht in der Lage sind, auch nur einen einzigen geraden Satz zu Papier zu bringen. Aber ein Schreibstil, der vor Fremdwörtern nur so strotzt und deren Satz- und Sinnaufbau höchste Anforderungen an die Konzentration stellt? Sorry, wen will die Autorin damit erreichen. Der Verdacht liegt nahe, dass die geballte Meute der nach immer neuen jungen Talenten lechzenden Literaturjournalisten Hauptzielgruppe war. Ihre Altersgenossen werden das Ding, obwohl nur knapp 200 Seiten dick, nicht lesen; die lesen dann biss zum Morgengrauen doch lieber was anderes.

Der Hype um angeblich geklaute (oder remixte) Passagen wurde übrigens wohl auch von Leuten angeheizt, die nicht einmal die ersten 20 Seiten gelesen haben, denn schon auf Seite 15 heißt es:

„Ist das von dir?“
„Berlin is here to mix everything with everything, Alter? Ich bediene mich überall, wo ich Inspiration finde und beflügelt werde, Mifti. Filme, Musik, Bücher, Gemälde, Wurstlyrik, Fotos, Gespräche, Träume...“
„Straßenschilder, Wolken...“
„...Licht und Schatten, genau, weil meine Arbeit und mein Diebstahl authentisch werden, sobald etwas meine Seele berührt. Es ist egal, woher ich die Dinge nehme, wichtig ist, wohin ich sie trage.“
„Es ist also nicht von dir?“
„Nein. Von so’nem Blogger.“

Noch Fragen?

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http://files.posterous.com/user_profile_pics/1030789/IMG_3028.JPG http://posterous.com/users/15VIjp7poRj Roland Roland
Sat, 29 Aug 2009 04:14:01 -0700 Love, Peace & Rock'n'Roll http://moleskinisten.posterous.com/love-peace-and-rocknroll http://moleskinisten.posterous.com/love-peace-and-rocknroll
Eine Moleskine-Sonderedition erinnert jetzt an 40 Jahre Woodstock: Mit Peace-Symbol, Herz und weiteren Motiven lässt Moleskine die Flowerpower-Zeit aufleben. Puristen werden vielleicht die Nase rümpfen (das Moleskine hat gefälligst schwarz und unbedruckt zu sein), ich konnte jedoch nicht widerstehen und habe mir gleich zwei Peace-Exemplare (Herzchen müssen nun wirklich nicht sein!) im Bellobene-Shop gesichert.

Moleskine_peace

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http://files.posterous.com/user_profile_pics/1030789/IMG_3028.JPG http://posterous.com/users/15VIjp7poRj Roland Roland
Sat, 09 Aug 2008 15:28:33 -0700 Street Art http://moleskinisten.posterous.com/post/323 http://moleskinisten.posterous.com/post/323 Ein Name, den man sich merken sollte: Julian Beever. Der Straßenkünstler bringt nahezu unglaubliche "Gemälde" auf die Straße - mit Straßenkreide. ob eine täuschend echte Coca Cola-Flasche oder oder ein Schmetterling, der geradezu über dem Boden zu schweben scheint. Wie aufwändig die 3D-Kunstwerke sind und welche unglaubliche Vorstellungskraft und Arbeit dahinter steckt, zeigt dieses Beispiel: von der anderen Seite betrachtet, sieht es so aus. Einen guten Ausschnitt aus Julian Beevers Straßenkunst findet sich in diesem Video:

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Fri, 25 Jul 2008 08:01:38 -0700 Neue (Un-)Gereimtheiten http://moleskinisten.posterous.com/post/255 http://moleskinisten.posterous.com/post/255 Neu in meinem Bücherregal sind die gesamten Gedichte von Bertolt Brecht in einer Neuauflage von 2008 aus dem „insel-verlag“. [caption id="attachment_256" align="alignright" width="300" caption="Neue Gedichte"]
[/caption] Die erste Ausgabe stammt aus dem Jahr 2000, die überarbeitete Ausgabe enthält auch bislang unbekannte Gedichte. Ebenfalls neu bei mir sind die Gedichte von Gottfried Benn, Robert Gernhardt („Reim und Zeit“) sowie der 647-Seiten-Wälzer „Deutsche Balladen“, ebenfalls von Reclam. Natürlich werde ich demnächst darüber berichten, ob diese Bücher etwas taugen.

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Sat, 19 Jul 2008 16:35:47 -0700 Körperzeiten http://moleskinisten.posterous.com/post/226 http://moleskinisten.posterous.com/post/226 [caption id="attachment_227" align="alignright" width="300" caption="Am Nagel der Zeit."]
[/caption] Vermutlich jeder kennt das: Man sitzt in einer langweiligen Besprechung, die Zeit scheint sich zu ziehen wie Kaugummi und geistig ist man schon beim Feierabend. Wer da eine Uhr dabei hat, wird nicht umhin kommen, städig darauf zu starren. Das jedoch wirkt nicht nur furchtbar unruhig und unaufmerksam, sondern ist auch unhöflich, denn es vermittelt den Gesprächspartnern das Gefühl, dass sie ihre Zuhörer langweilen. Wie also wäre es stattdessen, wenn man die Uhrzeit einfach am Körper tragen und unauffällig nach der Uhrzeit schauen könnte. Noch ist das Zukunftsmusik, doch ein Designwettbewerb des Uhrenherstellers „Timex“ zeigt, was zumindest denkbar ist. Wie wärs zum Beispiel eine Uhr am Fingernagel? Oder einer Kontaktlinse, die die Zeit anzeigt? Oder ein unauffälliger Einsatz im Ohr, der einem auf eine Parole hin die Zeit ins Ohr haucht?

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Fri, 18 Jul 2008 01:18:57 -0700 HerRein.de am Start http://moleskinisten.posterous.com/post/221 http://moleskinisten.posterous.com/post/221 Mit freundlicher Unterstützung von Moleskinisten.de ist „HerRein.de“ gestartet. Die kleine, feine Filmproduktion von Sina, Tina, Dennis & Co. stellt sich auf HeRein.de nun mit ihren Filmen im Web vor und freut sich über Besucher, auch wenn die Page zur zeit noch im Aufbau ist. Hier gibt es schon einmal einen kleinen Vorgeschmack:

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Mon, 14 Jul 2008 09:35:58 -0700 Die neue iPhone-Software http://moleskinisten.posterous.com/post/214 http://moleskinisten.posterous.com/post/214 [caption id="attachment_216" align="alignright" width="300" caption="Die iPhone 2.0-Software ist bereits erhältlich."]
[/caption] Wie sich das neue iPhone mit richtig sitzender Kopfhörerbuchse, Plastik-Rückdeckel und UMTS und GPS an Bord anfühlt, können wir nicht sagen. Mit Spannung jedoch erwarteten wir das Software-Update für das „alte“, aber robuste Apple-Telefon: iPhone 2.0. Die Ankündigungen ließen nichts gravierend Neues erwarten, doch gerade der AppStore, in dem man nun weitere Programme für Apples Handheld kaufen kann, bringt einige nützliche Helferlein aufs Phone. Das Update an sich nimmt zunächst einmal einige zeit in Anspruch. Falls noch nicht geschehen, muss man nämlich zunächst einmal ein iTunes-Update auf die Version 7.7 vollziehen, um überhaupt die 2.0-Version fürs iPhone laden zu können. Anschließend folgt per Auto-Update zunächst das Herunterladen der neuen Version, was per se schon einige Zeit in Anspruch nimmt, da mehr als 200 MB heruntergeladen werden müssen. Was hernach passiert, darüber kann unser Test-Moleskinist keine Auskunft geben, denn er nutzte die Ladezeit, um einen kleinen Ausflug in die City zu machen. Als er zurückkam meckerte die ITunes-Software an, dass das iPhone nicht aktiviert sei und das iPhone selbst befand sich in einer Art Zustand des Vergessens. Das Abtrennen des Geräts und nochmalige Anschließen jedoch schaffte Abhilfe, denn hierauf begann das iPhone, sich zu aktivieren, zu synchronisieren und nochmals sämtliche Musik und Fotos, die sich schon vormals auf dem Telefon befunden hatten, wieder aufzuspielen. Das dies — je nach Menge der Musik und Fotos — wiederum einige Zeit in Anspruch nimmt, braucht nicht eigens erwähnt zu werden. Nachdem der ganze Synchronisationvorgang abgeschlossen ist, findet der stolze Besitzer des nun auf Zweipunktnull gepimpten Phones sein Gerät mit einem „Desktop“ im Urzustand vor: das heißt, alle Buttons befinden sich wieder auf dem ersten Desktop. Ansonsten hat das iPhone jedoch gottseidank keine Einstellungen zurückgesetzt, so dass man wieder ganz von vorne anfangen müsste. Augenfälligste Änderung nach dem Update: Es gibt nun endlich einen eigenen „Kontakt“-Button auf dem Desktop. Was auf dem iPod-Touch schon von Anfang an zum Standard gehörte, musste der Nutzer bislang umständlich in der Telefonfunktion des Handys suchen. Das Mail-Programm wartet mit einer ebenso nützlichen Änderung auf: Man muss nun nicht mehr alle Mails mühsam per Hand löschen, sondern kann eine Auswahl treffen oder gar alle auf einmal löschen. Welch eine Erleichterung und Zeitersparnis! Ärgerlich hingegen: die Informationen über die Nutzung des iPhones wurden eine Menüstufe tiefer versteckt. Kontrollfetischisten haben mehr Klick-Arbeit, um zu überprüfen, ob sie sich noch innerhalb ihre Monatsbudgets befinden. Absicht? Ebenfalls ärgerlich: die Notizen werden noch immer nicht synchronisiert, müssen also auch weiterhin per E-Mail verschickt werden, um sie am heimischen Rechner nutzen zu können. Dafür wurde der Kalender ein wenig aufgebohrt und zeigt nun auch für verschiedene auf dem Rechner angelegte Kalender verschiedene Farben an. Unlogisch ist einzig, dass die Farben nicht mit dem auf dem Rechner übereinstimmen. Aber so wird die Nutzung wenigstens zur Denksportaufgabe: „War der grüne Dienstkalender auf meinem Rechner jetzt auf dem iPhone blau oder gelb?“

Programm-Vielfalt dank AppStore

Das eindeutig Beste an dem neuen iPhone ist jedoch der „AppStore“, der nun auch Programme von Drittanbietern im Programm hat. Und anstatt ihn mühsam über iTunes zu nutzen, kann man dies direkt über das iPhone tun. Allerdings empfiehlt es sich, zur Nutzung eine WLAN-Verbindung zu haben, denn über EDGE dürfte das Herunterladen doch zum Geduldsspiel werden. Entgegen dem, was allerorten zu lesen war, versorgte sich unser Test-Moleskinist allerdings kostenlos mit allen Programmen, die er so brauchte. Doch selbst die kostenpflichtigen Programme werden nicht zu Wucherpreisen an den Nutzer gebracht: Meist sind zwischen zwei Euro und 8 Euro zu berappen, was einem je nach Funktionalität das Programm schon wert sein sollte. Schade nur, dass man die Programme vorher nicht testen kann. Myspace und Facebook versorgen die Nutzer mit kostenlosen Applikationen, mit denen man zwei der wichtigsten sozialen Netzwerke im Blick behält und mit NetNewsWire erhält man einen vollwertigen RSS-Reader fürs Phone, der sich über den News-Gator-Account die neuesten Feed-Items zieht. Und da es das Programm auch fürs Desktop und als Weboberfläche gibt, braucht man hier nicht mehr mit verschiedenen Anbietern zu arbeiten. Selbst für Twitter gibt es ein Programm, das sich bereits auf dem Mac bewährt hat: Twitteriffic. Das gibt es in einer kostenlosen Grund- und einer kostenpflichtigen (etwa 8 Euro) Premium-Variante. Die Grundvariante reicht völlig aus, wenn man in Kauf nimmt, ab und an mit Werbung behelligt zu werden. Die Nutzung der neuen Apps zeigt auch gleich, worin ihre Stärke liegt: Man braucht nicht mehr umständlich über den integrierten Safari (der nun übrigens Bilder von Webseiten herunterladen kann, einfach ein Foto länger angetippt halten und auf dem Phone speichern) zu einer Web-Applikation zu surfen, sondern hat zumindest das Program direkt verfügbar. Spart Zeit und macht die Nutzung wesentlich komfortabler.

Fazit

Das Update auf iPhone 2.0 erfindet zwar das Rad nicht neu, bringt jedoch einige nützliche Verbesserungen, und vor allem der AppStore lohnt das Update.

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Tue, 08 Jul 2008 08:56:00 -0700 Gute Gründe http://moleskinisten.posterous.com/post/204 http://moleskinisten.posterous.com/post/204
Einmal bereits haben die Moleskinisten das „Astarix“ unter die Lupe genommen. In den vergangenen Wochen hat es sich für die Kreativschaffenden von der Notizbuchfront zu einer Art „Basis“ entwickelt, einem Ort, an dem verrückte Ideen entstehen und neue Projekte in Angriff genommen werden. Weil uns das Astarix also in jüngster Zeit zu einer Art zweiter Heimat, zum Büro, geworden ist, haben wir mal eine ganze Reihe guter Gründe aufgezählt, warum es lohnt, im Astarix zu verweilen.
  1. Leckeres Essen (Pizza, Pizza, Pizza!!! und mehr)
  2. Hat einen riesigen „Spielbereich“ für Raucher (Marples)
  3. Man kann drinnen und draußen sitzen
  4. Es ist nicht so überlaufen
  5. Es liegt in einer sehr schönen Gegend (sieht man mal von der hässlichen Rückfassade des Theater ab)
  6. Moderate Preise
  7. Immer freundliche Bedienungen
  8. Genug Platz, um Ischen aus dem Weg zu gehen
  9. Sauber, aber nicht klinisch
  10. Interessantes Publikum
Natürlich gibt es noch mehr Gründe, warum man das Asta toll finden kann, aber das sind erstmal die, die uns eingefallen sind. Vielleicht hat unsere geschätzte Leserschaft ja noch ein paar gute Gründe, die für (oder gegen, traut euch!) das Asta sprechen. Disclaimer: Die Moleskinisten genießen (noch) keine Sonderkonditionen im Asta.

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Sat, 05 Jul 2008 10:28:52 -0700 Scheußliche Nachbarn http://moleskinisten.posterous.com/post/197 http://moleskinisten.posterous.com/post/197
Es kann so schön sein zu hassen. Zumindest, seit es Internet gibt. Früher war „hassen“ ein mühsames Geschäft. Man steckte den Nachbarn Exkremente in den Briefkasten, schnippelte mühsam aus alten Zeitschriften Drohbriefe zusammen und übte vor dem Spiegel „Den bösen Blick“. Das World Wide Web hat das alles viel einfach gemacht, denn damit lässt sich das umsetzen, was schon unsere Vorfahren im tiefen Mittelalter als Erleichterung empfanden: das Subjekt des Hasses an den Pranger zu stellen. Natürlich ist es heutzutage nicht mehr so umständlich wie weiland, als noch die Inquisition und Hexenprozesse erforderlich waren, um der Denunziation den Weg zu ebnen. Heute gibt es das Web 2.0 und Communities, und der Pranger ist nur ein zwei Clicks entfernt. Naja, früher — in Zeiten des Internet-Mittelalters — musste man zumindest noch etwas von HTML verstehen, um den virtuellen Pranger zu errichten, heute übernehmen das andere. „Rotten Neighbor“ zum Beispiel. Dank „Rotten Neighbor“ im Zusammenspiel mit Google Maps lässt sich das Hass-Lieblingsobjekt der Neuzeit, die Hexe der Moderne, der Dämon des Technikzeitalters verorten, verschlagworten und verachten: die liebe Nachbarschaft. Niemand, nicht einmal die Ex-Frau oder der ehemalige Geliebte, werden so leidenschaftlich gehasst, wie der Mensch von nebenan, von dem man eigentlich nur weiß, dass er einen an der Waffel hat, Samstags morgens Rasen mäht, nachts die Musik aufdreht und drei Mal wöchtlich mit wildfremden Menschen in seinem Domizil wilde Partys feiert. getoppt wird dieses Exemplar nur noch von Menschen, die zugleich noch „der Vermieter“ sind. „Rotten Neighbor™“ ist eine „Social Web“-Seite für alle, die von diesen Menschen genervt sind. Der Anspruch, den das Angebot hat, ist dabei klar definiert: What We Believe Real estate agents are not obligated to disclose problem neighbors, leaving clients in the dark Information on bad neighbors should be made freely and easily available to everyone The internet can offer unique, valuable guidance to home buyers and sellers The more rotten neighbors you contribute, the better the service for everyone. Genau, Hauskäufer müssen gearnt werden, bevor sie den Kauf- oder Mietvertrag für die Bruchbude in der schlechten Wohngegend unterzeichnen. Und das soll vor allem deshalb so gut funktionieren, weil der „Content“ eben „User generated“ ist. Schließlich wissen die, die da wohnen, am besten, welches Pack in ihrer Nachbarschaft lebt. „Rotten“ heißt übrigens „faul“, verfault“, „mies“, „scheußlich“. Eine unglaubliche Bandbreite des Bösen. Schaut man sich dagegen die Beiträge, die es hierzulande so gibt, an, schrumpft die Vielfalt dann doch wieder auf übliches Beschimpfungsniveau zusammen: „Lärmender Mensch“, „Achtung“, „Hier wohnt eine Schlampe“, „Alter Nazi“ — die grobe Einordnung verrät wenig über das wahre Wesen des gehassten Nachbarn. Sehr beliebt auch: Vermieterbashing. Lerne die gierigsten Geizkragen der Republik kennen. Immerhin: Dank der Verknüpfung mit Youtube lernen wir die gehassten Nachbarn auch persönlich kennen, können dem Bösen ins Auge schauen und uns denken: „Ja, so einen kenne ich auch.“ Ob sich tatsächlich Leute diese Seite anschauen, bevor sie in eine Wohngegend ziehen. Man weiß es nicht. Auf jedenfall fühlen sich Leute wie du und ich gut unterhalten — und das war ja schon immer das Hauptmerkmal eines gut gemachten Prangers. Damals wie heute.

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Thu, 03 Jul 2008 07:08:55 -0700 Moleskine-Universum kompakt http://moleskinisten.posterous.com/post/178 http://moleskinisten.posterous.com/post/178
Noch vor ein paar Jahren ein absoluter Geheimtipp, sind Moleskines inzwischen überall zu finden. Jede Buchhandlung, die etwas auf sich hält, hat sie — zumindest in kleiner Auswahl — im Angebot. Meist beschränkt sich das dann auf die üblichen Formate: Hardcover, DIN A 5 und DIN A 6, liniert, kariert und blanko. Aber auch die Moleskine-Hefte und die erst vor Kurzem auf den Markt gekommenen Volant-Hefte in verschiedenen Farben werden immer beliebter. Manchem mag das Moleskine-Universum inzwischen fast ein wenig unüberschaubar geworden sein, doch das ist es keineswegs. Aber es ist umfangreich. Das belegt der „Moleskine 2008“-Katalog, auf den ich beim Surfen im Netz gestoßen bin. Wer sich schon immer einen kompakten Überblick darüber verschaffen wollte, was der italiennische Hersteller „Modo & Modo“ so alles auf Lager hat, sollte sich mal auf den Seiten des Zambon-Verlags umtun. Dort gibt es einen PDF-Katalog zum Download, in dem auf 28 Seiten alles enthalten ist, was Moleskine zu bieten hat. Außerdem gibt es — quasi als Vorwort — noch einmal die (bebilderte) Geschichte des Moleskine, diesmal anders aufgeschrieben als in dem Faltblatt, das für gewöhnlich allen „frischen“ Moleskines beiliegt. Darin heißt es unter anderem:
„Bewegte Realität einfangen, flüchtige Details verewigen und einzigartige Erfahrungen zu Papier bringen — Moleskine sammelt Ideen und Gefühle, die ihre Energien im Laufe der Zeit freisetzen.“
Garniert ist der Katalog außerdem mit weiteren interessanten Informationen, zum Beispiel einer Übersicht, wie viele Seiten, Videos, Foren es zu Moleskine im Web gibt.

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Tue, 17 Jun 2008 11:03:43 -0700 Schau mir in die Linse, Kleiner http://moleskinisten.posterous.com/post/122 http://moleskinisten.posterous.com/post/122 Was tun, wenn man eine Band hat, einen Song — aber kein Equipment, um ein eigenes Video zu drehen? In Zeiten omnipräsenter digitaler Technik kein Problem, man muss nur kreativ genug sein. So wie die britische Band „The Get Out Clause“. Die bediente sich einfach dessen, was es bereits im Überfluss auf der „Insel“ gibt: Überwachungskameras. Die vier Jungs posierten einfach vor den allgegenwärtigen Augen Big Brothers und verlangten anschließend die Herausgabe der Bänder. Daraus machten sie dann ihr Video.
Wir können nicht leugnen, dass Geldmangel ein Grund war. Aber es war eben auch eine originelle Idee. Dennoch war die Aktion nicht als politische Aussage gedacht. Wir sind eine Band und machen Musik. (Tony Churnside von der Band im Interview mit Golem.de)
Und hier das Video:

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Sun, 15 Jun 2008 01:36:43 -0700 Zwei Sieger und der unscheinbare Dritte http://moleskinisten.posterous.com/post/106 http://moleskinisten.posterous.com/post/106
Was zu Beginn der Poetry Slam Stadtmeisterschaft in der Produktion am Dom so mancher nicht vermutet hätte, trat am Ende ein: Es gibt zwei Sieger, weil sich weder das Publikum, noch der Moderator eindeutig entscheiden mochten. Das salomonische Urteil war wenigstens gerecht, weil es zwei der besten Teilnehmer dieses Dichterwettstreits traf. Bereits am Ende der zweiten Runde wäre es beinahe zum Eklat gekommen, als sich zwar das Publikum sehr einig war, doch der Moderator nicht entscheiden mochte und aus lokalpatriotischen Gründen gerne einen Dritten ins Rennen geschickt hätte. Dabei verblasste dieser Dritte neben den beiden Gewinnern und einem unverdient Unterlegenen blieb die Krone verwehrt — am Ende können eben nicht alle auf dem Siegertreppchen stehen. Auch und gerade dann, wenn sie Heimvorteil haben. Für Dorian Steinhoff, den Trierer, mag es am Ende der zweiten Vorrunde enttäuschend gewesen sein, aber es war vor allem eines: ein peinliches Intermezzo. Man kann den Auftritt von Steinhoff nicht als schlecht bezeichnen, aber eben auch nicht als wirklich überzeugend. Moderator Peter Stablo versuchte also zu retten, was nicht zu retten war und machte damit alles noch schlimmer. Weder der Vorschlag, einfach drei Kandidaten aus der zweiten Vorrunde ins Finale zu schicken, stieß auf einhellige Gegenliebe des per Applaus abstimmenden Publikums, noch die Idee, einen kleinen Zwischen-Schlagabtausch zwischen Steinhoff und Konkurrent Stefan Dörsing (Gießen) abzuhalten. Hätte der Moderator über die EM abzustimmen — Deutschland würde wohl gewinnen („einmalige Chance, den ersten Trierer zu den deutschsprachigen Meisterschaften zu schicken“). Aber sowohl Dörsing als auch „Norweger“ Björn Högsdal (Kiel) waren einfach um Längen besser. Steinhoff war nur später (wegen der Bahn), und so zogen — nach Ansicht der Publikums-Mehrheit — die Besten in die Endrunde ein.

Die erste Runde war dagegen geradezu harmonisch verlaufen. Eindeutiger und verdienter Sieger war der 19-jährige Michael Feindler (Wuppertal), der den erste und damit schwersten Auftritt des Abends zu bewältigen hatte. Doch sein virtuelles Poesie-Duell mit einem virtuellen(?) Dichterkollegen im Burgerking war einfach mitreißend. Poetry Slam im Poetry Slam, das Schiff in der Flasche. Mit ihm konnte sich in der Vorrunde der Luxemburger Francis Kirps durchsetzen. Mit einer zwar vom Blatt gelesenen, aber respektablen Darbietung. Im Finale allerdings ging der Luxemburger mit einer einfach grottenschlechten und nur mäßig lustigen Darbietung unter, die auch sein Heimvorteil (nach dem Ausscheiden von Lokalmatador Steinhoff) nicht wett machen konnte. Tragischer Held des Abends war Stefan Dörsing, der nicht nur tolle Texte bot, sondern auch eine super Performance, um die ihn so manch anderer Teilnehmer, an seine  Manuskriptzettel geklammert, beneidet haben muss. Dörsing hätte es wirklich verdient, als Dritter Sieger aus der Stadtmeisterschaft hervorzugehen, aber so sind nun mal die Regeln. Michael Feindler hätte es im Finale für sich alleine entscheiden können, Erster zu sein. Dazu aber hätte er die Zugabe als Beitrag der Endrunde bringen müssen. Mit seinem eigentlichen Finalbeitrag überzeugte er nicht hundertprozentig, weshalb der kleine Vorsprung, den er eigentlich hatte, von Björn Högsdal locker eingeholt wurde, der mit seiner Darbietung über seinen selbstgefälligen Sohn Torsten („Das mit dem Kind war möglicherweise ein Fehler“) den Schwierigkeitsgrad gegenüber seiner Darbietung über die Norweger („Norweger pflanzen sich nicht fort, sie entstehen, wenn man einen Dänen mit einer Schwedin kreuzt“) in der Vorrunde noch einmal bravourös steigerte.

Feindler und Högsdal erhielten am Schluss also beide gemeinsam den Karl Marx Poesie-Preis. Zudem dürfen sie Trier bei den Deutschsprachigen Meisterschaften im Poetry Slam in Zürich vertreten — das hätten sie auch gedurft, wenn einer „nur“ zweiter geworden wäre. Aber so ist es noch schöner.

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Sat, 14 Jun 2008 09:49:07 -0700 goodbye toto http://moleskinisten.posterous.com/post/78 http://moleskinisten.posterous.com/post/78
„endless“ ist wohl niemand, auch nicht eine band wie toto. mehr als 30 lange jahre lasen die herren den fans die wuensche von den lippen, fuellten die konzerthallen und komponierten grandiose songs. ende mai gab steve lukather (git., voc.) seinen ausstieg und somit auch das ende der band bekannt. eine einerseits verstændliche entscheidung nach 31 jahren, andererseits aber auch eine schmerzhafte für band und fans. einer der gruende für luke war, dass er das letzte gruendungsmitglied der band war und die truppe einfach nicht mehr toto ist. der jetzige sænger bobby kimball war zwar auch 1977 bei der gruendung dabei, allerdings sang er ab 1984 nach seinem ausstieg wegen drogenproblemen auf anderen bühnen.

seit 1998 stand bobby wieder mit steve, simon und co auf der buehne und begeisterte die immer grøßer werdende fangemeinde. erst 2006 wurde „falling in between“ released und eine welttournnee angeschlossen. 2008 folgte ein live-album inklusive dvd-aufzeichnung aus paris. das ende deutete sich zwar an, denn von der urkonstellation ist nichts mehr uebrig, dennoch bleibt es eine ueberraschung fuer die meisten fans. die letzten 2 jahre standen sie wieder weltweit ohne unterlass auf den buehnen und beendeten die letzte tournee erst in diesem fruehjahr mit einer grandios ausverkauften asientour. alles keine wirklichen anzeichen fuer ein goodbye.

allerdings ist das ende lediglich ein ende für die band. nicht für die einzelnen musiker. steve lukather tourt gerade mit seinem album „ever changing times“ durch die lande und gastiert mehrfach in deutschland. seine prioritæt liegt ganz auf seiner solo-weiterentwicklung. simon phillips war gerade auf drum clinic tour und bobby kimball arbeitet an einem solo-projekt. ganz werden die rockgrøßen nicht von der buehne zu bekommen sein und weg zu denken sind sie eh nicht.

toto begannen ihre karriere 1977 in los angeles. 1978 wurde das gleichnamige album released mit den hits, die die damalige musikwelt beeinflussten und auch heute noch lange nicht auf dem plattenfriedhof liegen. „hold the line“ eroberte die 79 charts und animiert immer noch die menschen zum mitsingen. ein song, den fast jeder kennt, ob großer totofan oder nicht.

eine bilderbuch-erfolgsgeschichte schloss sich an, leider nicht vor den ein oder anderen skandalen und eskapaden gefeit. but that’s rock’n’roll. das grøßte erfolgsalbum „IV“ folgte 1982. innerhalb von 4 jahren hatte die band das erreicht, wofuer andere ein leben lang kæmpften. das debutalbum erlangte platinstatus und „IV“ schenkte ihnen den bedeutendsten musikpreis gleich 7 mal (bestes album/beste single /beste stimme/bestes arrangement/beste aufnahme/bester produzent). ein meilenstein, schwer zu toppen aus sicht der band und der musikgeschichte. album reihte sich an album, tour an tour und preis an preis. ein ende der erfolgsgeschichte schien nicht in sicht. viel erfolg für junge musiker, popularitæt und erwartungsdruck. es gibt wahrlich einfachere dinge, mit welchen kreativlinge klar kommen muessen. alles hat seinen preis, in diesem falle kennzeichnend durch bobby kimballs abgang 1984.

zurueck in die zukunft. die letzte tournee war ein erfolg, der sound auf der „falling in between“ war anders und dennoch toto. eine band, die sich immer wieder neu erfunden hat und doch immer unverkennbar sie selbst blieb. nicht unschuldig an der trennung ist, wie erwæhnt, die konstellation der band zum schluss. seit 2006/2007 war steve lukather das letzte gruendungsmitglied. keiner der porcaro brueder weilte mehr im tourbus. steve porcaro verließ bereits 1988 die band. jeff porcaro verstarb 1992. ein schmerzlicher verlust, der læhmend und unwirklich war. simon phillips, der vorher bei bands wie the who an den drums saß, ging von da an mit auf welttournee. ende 2006 wurde dann mike porcaro wegen einer handverletzung zur pause verdonnert. auf tour ersetze ihn der grandiose leland sklar. david paich, der mann an den keys, komponierte nur noch im heimischen terrain, auf tour ging er seit 2004 nicht mehr, arbeite aber an „falling in between“ mit. fuer ihn ließ greg phillinganes die wunderbaren melodien erklingen und lieh dem toto-klassiker „africa“ seine stimme.

auch wenn toto nun ein wunderbarer teil der musikgeschichte geworden ist, so bleiben ihre kompositionen und songs den menschen noch lange gedæchtnis. in vergessenheit wird eine band wie diese wohl nicht so schnell geraten. ihre musik schafft das, was manchmal menschlich nicht møglich ist. sie macht sie „endless“.

WE WON’T HOLD U BACK!

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Fri, 13 Jun 2008 13:21:13 -0700 Wird Word verboten? http://moleskinisten.posterous.com/post/70 http://moleskinisten.posterous.com/post/70
Der Bundesrat hat das Jugendschutzgesetz verschärft. Killerspielen geht es jetzt an den Kragen. Oder besser gesagt: an die Verpackung. Was schon bei den Rauchern nicht funktioniert, soll nun auch bei jugendlichen Killerspielern die Früchte des Zorns ausrotten: größere Warnhinweise. Wie das genau aussehen soll, geht aus der Gesetzesvorlage leider nicht hervor. Also dürfen wir uns auf Hinweise freuen à la: „Computerspiele in der Schwangerschaft machen aus Ihrem Kind einen Serienkiller“. Oder: „Amokläufe aufgrund von Killerspielen können Ihr Herz und andere Organe nachhaltig beeinträchtigen“. Es soll aber auch mehr verboten werden. Zum Beispiel Spiele, die „besonders realistische, grausame und reißerische Darstellungen selbstzweckhafter Gewalt beinhalten, die das Geschehen beherrschen“. Damit dürfte das endgültige Ende von „Minesweeper“ besiegelt sein. Ebenfalls auf den Index kommen Spiele, in denen „Selbstjustiz als einzig bewährtes Mittel zur Durchsetzung der vermeintlichen Gerechtigkeit nahe gelegt wird“. Gestritten wird unter den Experten lediglich noch, ob Microsoft Word ein Spiel ist im Sinne des Gesetzes oder nicht, und ob das Zertrümmern eines Computerbildschirms oder einer Tastatur schon als Selbstjustiz gilt. Links zum Thema:

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Thu, 12 Jun 2008 19:36:07 -0700 Mit freundlicher Unterstützung... http://moleskinisten.posterous.com/post/69 http://moleskinisten.posterous.com/post/69 Kaum sind die Moleskinisten online, schon gibt es auch den ersten Spot. Bin ja mal gespannt, ob der mal im Kino oder Fernsehen zu sehen ist. Credits: Mit bestem Dank an Journalistin88.

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Wed, 11 Jun 2008 14:10:45 -0700 Warum „Tags“ männlich sind http://moleskinisten.posterous.com/post/49 http://moleskinisten.posterous.com/post/49 Praktisches Denken, gepaart mit kurzer Bündigkeit oder bündiger Kürze, Listen statt Romane — ein Mann, ein Wort, eine Frau ein Wörterbuch. Ist schon was dran an diesem Sprichwort. Das hängt aber wohl auch damit zusammen, dass die Betriebssystemversion von Männern seit Jahrhunderten nicht mehr upgedated worden ist. Wir, die Männer, haben eben nicht so viel Arbeitsspeicher wie unsere weiblichen Pendants. Also suchen wir andere Wege aus der Aussichtslosigkeit des Unorganisiertseins. Das treibt mitunter interessante Blüten, hat aber auch schon die großartigsten Erfindungen der neueren Menschheitsgeschichte hervorgebracht. Ein solches Beispiel sind „Tags“. Die sind kaum noch wegzudenken aus dem neuen Web 2.0. Kein Bookmarkdienst oder Blog, keine Medienseite und selbst kaum ein Fotodienst, der ohne sie auskäme. Jene kurzen, knappen Stichwörter, die in prägnanten Formulierungen beschreiben, wonach mir suchen. Eine wunderbare Erfindung! Und ein Mann muss sie gemacht haben, denn sie entsprechen so ziemlich genau unserem Denken, das einer begrenzten Aufnahmefähigkeit — gehässige Frauen würden auch: „Auffassungsgabe“ sagen — Tribut zollt. Beispiel gefällig? Sie sagt: „Hast du das Waschmittel besorgt?“ Er denkt: „Welches Waschmittel?“ und macht dazu einen entsprechend illustrativ-ratlosen Gesichtsausdruck. Sie sagt: „Jetzt sag nicht, du hast es vergessen!“ Sein Blick wird ratloser, ihre Miene grimmiger. Sie (ärgerlich): „Ich hab dir doch gesagt, du sollst an das Waschmittel denken, wenn du deine leeren Bierkisten zurück in den Supermarkt bringst!“ Er (erleuchtet) denkt: „#bier“ und sagt erleichtert: „Ja, klar habe ich das Waschmittel besorgt, als ich das Bier-Leergut zurück gebracht habe. Habe übrigens noch eine neue Kiste gekauft. Hattense im Angebot heute. Aber mir fällt gerade ein, dass ich das Waschmittel auf dem Parkplatz vergessen habe, als ich die Kiste mit dem Bier einräumte...“ Die Liste solcher Beispiele ließe sich endlos fortsetzen, aber dieses dürfte hinreichend illustrieren, warum Tags männlich und Tags nützlich sind. Sie geben uns Männern eine Orientierungshilfe — nicht nur im Internet, sondern auch und vor allem im Alltag. Also, liebe Frauen, fangt an zu taggen! Und das Leben mit uns wird leichter...

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Tue, 10 Jun 2008 13:46:13 -0700 Das neue iPhone kommt! http://moleskinisten.posterous.com/post/40 http://moleskinisten.posterous.com/post/40 Man stelle sich ein Telefon vor, das „alles“ kann. Es kann Musik abspielen, Filme, hat einen Kalender, ein Adressbuch, einen eingebauten Browser und E-Mail. Es hat Wetter, Aktien und zeigt auf Wunsch die Bilder der Lieben an. Nun, dieses Telefon gibt es, und es heißt iPhone. Nun gibt es das iPhone 3G. Oder auch das iPhone 2.0, wie es manche nennen. Und das kann: auch nicht wesentlich mehr. Das zumindest lassen die ersten Informationen vermuten, die nun anlässlich der Vorstellung des Apple-Telefons der zweiten Generation bekannt wurden. Die Wunschlisten der Fans waren lang. Lang und phantasievoll, wie so manches Video vermuten ließ, das im Netz kursierte und von dem sich Fans ein Bild des iPhone-Nachfolgers machten.  Vielleicht wurden genau deshalb die Erwartungen so hoch geschraubt, dass die Enttäuschung fast auf dem Fuße folgen muss. Immerhin: das neue Wunderding bleibt so schick wie das alte. Fast, wäre sein Gehäuse nicht aus Plastik statt Metall hergestellt. Aber irgendwo muss das Geld ja gespart werden, wenn das Ding künftig für 199 Dollar (8-Gigabyte-Version, die 16-Gigabyte-Version soll 299 Dollar kosten) rausgehauen wird. Eine Neuerung am iPhone ist bedeutsam: Statt über eine (langsamere) EDGE-Verbindung um die Ecken des Internet zu kurven, dürfen die künftigen stolzen Besitzer dies mit UMTS-Geschwindigkeit tun. Das soll acht mal schneller als EDGE sein, ist aber immer noch viel weniger als DSL. Bedeutsam an der Neuerung ist: Wäre sie nicht enthalten gewesen, dann wäre das eine echte „News“ gewesen. Die Spatzen hatten es längst Cupertinos Dächern gepfiffen. Ansonsten: Das neue iPhone gibt es mit GPS, aber ob man es auch schon als Navigationsgerät nutzen kann, ist unklar. Und: Als Unternehmens-Handy macht das iPhone nun dem Blackberry Konkurrenz. Achja, und künftig soll es Programme für jederlei Bedarf auf dem iPhone geben. Die sind aber nicht vorinstalliert, sondern man muss sie im „AppStore“ kaufen. Gut, als Appetithappen gibts auch ein paar für lau. Entwickeln kann jeder, der’s kann, und sie im „AppStore“ kostenlos zur Verfügung stellen — oder eben für einen gewissen Preis. Ob sie tatsächlich etwas taugen, werden wir wohl erst wissen, wenn der AppStore seine virtuellen Pforten geöffnet hat. Die großen Wunder bleiben jedoch aus. Vielleicht war auch das der Grund, warum sich die Presse in Geduld üben musste, ehe Steve Jobs bei seiner Keynote zur Sache kam.

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Sun, 08 Jun 2008 08:39:28 -0700 Des Reporters Freund und Helfer http://moleskinisten.posterous.com/post/31 http://moleskinisten.posterous.com/post/31
Inbegriff der Moleskine-Schreibutensilien sind die Notizbücher, gerne auch mal „Kladden“ genannt. Ihnen gemein ist, dass sie aussehen wie ein Buch. Vorne Buchdeckel, hinten Buchdeckel — und die Moleskine-üblichen Add-ons. Allerdings hat der Hersteller eine Berufsgruppe — die er offenbar per se für Moleskine-addicted hält, mit einem besonderen Utensil bedacht: dem Reporterblock. Schöner finde ich ja eigentlich die klassischen Moleskines. Seitwärts aufklappbar vermitteln sie einem das Gefühl: Jeder kann ein Buch schreiben. Das versprüht eine gewisse Erotik des Kreativen; Seite für Seite arbeitet er sich auf die Klimax zu, den Höhepunkt geistigen Schaffens. Praktischer hingegen sind die Reporterblocks. Sie klappen nach oben auf. Ihnen fehlt das Lesebändchen aber ohne Gummiband geht es auch hier nicht. An ihnen hätte sicher auch Inspektor Columbo seine Freude gehabt, denn Antworten auf viele seiner Fragen hätten Platz darin gefunden. Profane Schlechtigkeit im Guten. Der Reporterblock ist alltagstauglich, auch geeignet für den verschriftlichten One-Night-Stand, das mal eben Notierte. Sicher, es mag auch Menschen geben, die selbst dieses Alltagswerkzeug namens Reporterblock mit Ehrfurcht behandeln, für mich stellt sich der Reporterblock in den Dienst der Sache, und seine Form kommt dem entgegen: Aufklappen, schreiben. Umblättern, oben weiterschreiben. Eine einzige lange Liste von Stichwörten, die nach Gebrauch kaum mehr interessieren. Natürlich gibt es auch Leute, die den Reporterblock „zweckentfremden“. Ihn quer legen und als Aquarellbuch benutzen. Aber dazu reichen meine künstlerischen Fähigkeiten leider nicht. Also benutze ich den Reporterblock weiterhin als vertikalen Begleiter für unterschiedlichste Lebenslagen. Und weiß zu schätzen: Es ist ein Moleskine.

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Thu, 05 Jun 2008 22:31:36 -0700 Warum Moleskine? http://moleskinisten.posterous.com/post/16 http://moleskinisten.posterous.com/post/16
Mein erstes Moleskine-Erlebnis war ein Misserfolg. Oder sollte ich besser sagen: mein erstes Nicht-Erlebnis? Das begann nämlich damit, dass ich mir das Notizbuch einer anderen Marke kaufte, das aber über dieselben Ausstattungsmerkmale wie ein Moleskine verfügte: Lesebändchen, Tasche im Inneren des Rückdeckels. Außerdem ein Gummiband, dass das Buch zusammenhält. Oder besser gesagt: zusammenhalten sollte. Denn bereits nach wenigen Tagen war die Enttäuschung groß. Da das Gummiband nur an der Papptasche befestigt war, löste es sich bereits nach mehrmaligem Öffnen aus der Halterung.  — Als vollwertiges Ganzes war das Notizbuch der andere Marke unbrauchbar geworden. Moleskine hat mich in dieser Hinsicht niemals enttäuscht. Ganz pragmatisch betrachtet, sind die Notizbücher aus Italien robuste (Schreib-)Werkzeuge, unverwüstlich und dabei stets elegant. Paris, 10 Uhr. Das Gummiband hält. Aber Moleskine ist noch viel mehr. Eine Weltanschauung. Eine ganze Philosophie reiner, unbeschriebener Blätter zwischen zwei Buchdeckeln. Wenn man einmal eines in der Hand hatte, möchte man es immer wieder tun. Moleskine befummeln, das reicht an guten Sex heran. Und zwar ganz dicht. Apropos ganz dicht. Dass ich inzwischen eine halbe Moleskine-Warensammlung besitze, hat schon so manchen meiner Bekannten und Freunde daran zweifeln lassen, dass ich Selbiges bin. Dabei hat das einfach nur mit Sucht — oder Sehnsucht zu tun. Hat man eines, will man alle. Volant, klassisch, Cahier oder City-Notebook. Und jedes Mal ist es wieder aufs Neue ein erhebendes Gefühl, ein „frisches“ Moleskine in den Händen zu halten. Warum sie überdies praktisch sind, die Moleskines, davon soll diese Rubrik auf moleskinisten.de erzählen.

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