Des Reporters Freund und Helfer

Inbegriff der Moleskine-Schreibutensilien sind die Notizbücher, gerne auch mal „Kladden“ genannt. Ihnen gemein ist, dass sie aussehen wie ein Buch. Vorne Buchdeckel, hinten Buchdeckel — und die Moleskine-üblichen Add-ons. Allerdings hat der Hersteller eine Berufsgruppe — die er offenbar per se für Moleskine-addicted hält, mit einem besonderen Utensil bedacht: dem Reporterblock. Schöner finde ich ja eigentlich die klassischen Moleskines. Seitwärts aufklappbar vermitteln sie einem das Gefühl: Jeder kann ein Buch schreiben. Das versprüht eine gewisse Erotik des Kreativen; Seite für Seite arbeitet er sich auf die Klimax zu, den Höhepunkt geistigen Schaffens. Praktischer hingegen sind die Reporterblocks. Sie klappen nach oben auf. Ihnen fehlt das Lesebändchen aber ohne Gummiband geht es auch hier nicht. An ihnen hätte sicher auch Inspektor Columbo seine Freude gehabt, denn Antworten auf viele seiner Fragen hätten Platz darin gefunden. Profane Schlechtigkeit im Guten. Der Reporterblock ist alltagstauglich, auch geeignet für den verschriftlichten One-Night-Stand, das mal eben Notierte. Sicher, es mag auch Menschen geben, die selbst dieses Alltagswerkzeug namens Reporterblock mit Ehrfurcht behandeln, für mich stellt sich der Reporterblock in den Dienst der Sache, und seine Form kommt dem entgegen: Aufklappen, schreiben. Umblättern, oben weiterschreiben. Eine einzige lange Liste von Stichwörten, die nach Gebrauch kaum mehr interessieren. Natürlich gibt es auch Leute, die den Reporterblock „zweckentfremden“. Ihn quer legen und als Aquarellbuch benutzen. Aber dazu reichen meine künstlerischen Fähigkeiten leider nicht. Also benutze ich den Reporterblock weiterhin als vertikalen Begleiter für unterschiedlichste Lebenslagen. Und weiß zu schätzen: Es ist ein Moleskine.