Hegemanns Tierleben

Der Titel ist ein Zungenbrecher, das Buch wird vom Feuilleton zum Wunder hochstilisiert und seine teilweise Entstehungsweise inzwischen Skandal genannt: „Axolotl Roadkill“ von der jungen Autorin Helene Hegemann ist in aller Munde. Während man sich noch streitet, ob zum Teil von einem anderen Autor abgekupferte Passagen Diebstahl oder webüblicher Remix sind, scheint der Hype um das Buch den Verkauf in den Buchhandlungen anzukurbeln. Und so starrte mich am Eingang der Buchhandlung gestern gleich ein ganzer Stapel Axolotl Roadkills an, mitsamt Hörbuch.

Axolotl

Mehrmals nahm ich das Buch in die Hand, blätterte darin, überflog einzelne Absätze und beschloss schließlich, dass es wohl interessant genug wäre, die knapp 15 Euro auszugeben. Also marschierte ich mit dem Buch zur Kasse. Begleitet von einem unwohligen Gefühl angesichts der Plagiatsdiskussion, die am Vortag getobt hatte. Ich erwartete regelrecht, dass die Verkäuferin mich zurechtweisen würde, ich wisse doch, dass einzelne Passagen aus dem Buch geklaut wären... Oder der nächste Kunde hinter mir.

Aber hinter mir war niemand, und die Verkäuferin will natürlich vor allem eins: verkaufen. Sie würde wohl einen Teufel tun, mir meine Kaufabsichten madig zu machen.

Gestern Abend habe ich dann die ersten 20 Seiten gelesen. Sicherlich, man soll kein Buch beurteilen, wenn man es nicht zu ende gelesen hat, aber mir haben diese ersten 20 Seiten im Prinzip schon gereicht. Nicht weil sie etwa schlecht wären. Nein, sie sind hochkomplex und sogar interessant geschrieben. Aber irgendwie kam mir das alles seltsam vertraut vor. Wie schon aus dem (bislang) einzigen Quellenverweis im Buch hervorgeht, scheint Frau Hegemann eine gewisse Affinität zu David Foster Wallace zu haben. Jedenfalls erinnerte mich die Machart sehr an den „Unendlichen Spaß“.

Nun ist es keine Schande, Vorbilder zu haben und sich daran zu orientieren, aber irgendwie nimmt man das Geschwurbel der Hegemann nicht ganz ab. Zwar stimmt es wohl auch, dass manche ihrer Altersgenossinnen und -genossen (sie ist 17) nicht in der Lage sind, auch nur einen einzigen geraden Satz zu Papier zu bringen. Aber ein Schreibstil, der vor Fremdwörtern nur so strotzt und deren Satz- und Sinnaufbau höchste Anforderungen an die Konzentration stellt? Sorry, wen will die Autorin damit erreichen. Der Verdacht liegt nahe, dass die geballte Meute der nach immer neuen jungen Talenten lechzenden Literaturjournalisten Hauptzielgruppe war. Ihre Altersgenossen werden das Ding, obwohl nur knapp 200 Seiten dick, nicht lesen; die lesen dann biss zum Morgengrauen doch lieber was anderes.

Der Hype um angeblich geklaute (oder remixte) Passagen wurde übrigens wohl auch von Leuten angeheizt, die nicht einmal die ersten 20 Seiten gelesen haben, denn schon auf Seite 15 heißt es:

„Ist das von dir?“
„Berlin is here to mix everything with everything, Alter? Ich bediene mich überall, wo ich Inspiration finde und beflügelt werde, Mifti. Filme, Musik, Bücher, Gemälde, Wurstlyrik, Fotos, Gespräche, Träume...“
„Straßenschilder, Wolken...“
„...Licht und Schatten, genau, weil meine Arbeit und mein Diebstahl authentisch werden, sobald etwas meine Seele berührt. Es ist egal, woher ich die Dinge nehme, wichtig ist, wohin ich sie trage.“
„Es ist also nicht von dir?“
„Nein. Von so’nem Blogger.“

Noch Fragen?

Love, Peace & Rock'n'Roll

Eine Moleskine-Sonderedition erinnert jetzt an 40 Jahre Woodstock: Mit Peace-Symbol, Herz und weiteren Motiven lässt Moleskine die Flowerpower-Zeit aufleben. Puristen werden vielleicht die Nase rümpfen (das Moleskine hat gefälligst schwarz und unbedruckt zu sein), ich konnte jedoch nicht widerstehen und habe mir gleich zwei Peace-Exemplare (Herzchen müssen nun wirklich nicht sein!) im Bellobene-Shop gesichert.

Moleskine_peace

Körperzeiten

[caption id="attachment_227" align="alignright" width="300" caption="Am Nagel der Zeit."]
[/caption] Vermutlich jeder kennt das: Man sitzt in einer langweiligen Besprechung, die Zeit scheint sich zu ziehen wie Kaugummi und geistig ist man schon beim Feierabend. Wer da eine Uhr dabei hat, wird nicht umhin kommen, städig darauf zu starren. Das jedoch wirkt nicht nur furchtbar unruhig und unaufmerksam, sondern ist auch unhöflich, denn es vermittelt den Gesprächspartnern das Gefühl, dass sie ihre Zuhörer langweilen. Wie also wäre es stattdessen, wenn man die Uhrzeit einfach am Körper tragen und unauffällig nach der Uhrzeit schauen könnte.

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Die neue iPhone-Software

[caption id="attachment_216" align="alignright" width="300" caption="Die iPhone 2.0-Software ist bereits erhältlich."]
[/caption] Wie sich das neue iPhone mit richtig sitzender Kopfhörerbuchse, Plastik-Rückdeckel und UMTS und GPS an Bord anfühlt, können wir nicht sagen. Mit Spannung jedoch erwarteten wir das Software-Update für das „alte“, aber robuste Apple-Telefon: iPhone 2.0. Die Ankündigungen ließen nichts gravierend Neues erwarten, doch gerade der AppStore, in dem man nun weitere Programme für Apples Handheld kaufen kann, bringt einige nützliche Helferlein aufs Phone.

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Gute Gründe

Einmal bereits haben die Moleskinisten das „Astarix“ unter die Lupe genommen. In den vergangenen Wochen hat es sich für die Kreativschaffenden von der Notizbuchfront zu einer Art „Basis“ entwickelt, einem Ort, an dem verrückte Ideen entstehen und neue Projekte in Angriff genommen werden. Weil uns das Astarix also in jüngster Zeit zu einer Art zweiter Heimat, zum Büro, geworden ist, haben wir mal eine ganze Reihe guter Gründe aufgezählt, warum es lohnt, im Astarix zu verweilen.

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Scheußliche Nachbarn

Es kann so schön sein zu hassen. Zumindest, seit es Internet gibt. Früher war „hassen“ ein mühsames Geschäft. Man steckte den Nachbarn Exkremente in den Briefkasten, schnippelte mühsam aus alten Zeitschriften Drohbriefe zusammen und übte vor dem Spiegel „Den bösen Blick“. Das World Wide Web hat das alles viel einfach gemacht, denn damit lässt sich das umsetzen, was schon unsere Vorfahren im tiefen Mittelalter als Erleichterung empfanden: das Subjekt des Hasses an den Pranger zu stellen.

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Moleskine-Universum kompakt

Noch vor ein paar Jahren ein absoluter Geheimtipp, sind Moleskines inzwischen überall zu finden. Jede Buchhandlung, die etwas auf sich hält, hat sie — zumindest in kleiner Auswahl — im Angebot. Meist beschränkt sich das dann auf die üblichen Formate: Hardcover, DIN A 5 und DIN A 6, liniert, kariert und blanko. Aber auch die Moleskine-Hefte und die erst vor Kurzem auf den Markt gekommenen Volant-Hefte in verschiedenen Farben werden immer beliebter. Manchem mag das Moleskine-Universum inzwischen fast ein wenig unüberschaubar geworden sein, doch das ist es keineswegs. Aber es ist umfangreich.

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